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Aargauer Profiboxer Davide Faraci siegt auch im 15. Kampf gegen Top-Gegner

von Philipp Zimmermann - AZ.


Mit einem einstimmigen Punktsieg gegen EM-Anwärter Emre Cukur wahrt Davide Faraci als Profiboxer nicht nur seine weisse Weste, sondern setzt auch ein Ausrufzeichen.



Gleich zweimal schlug Davide Faraci (28) in der letzten und achten Runde den Deutsch-Türken Emre Cukur (26) zu Boden, so dass der angezählt wurde. Cukur rettete sich zwar über die Zeit. Über den Sieger gab es bei Kampfende allerdings keinen Zweifel mehr, auch wenn der Kommentator auf bild.de, das den Fight aus dem deutschen Göppingen live übertrug, Cukur aufgrund der ersten Runden vorne sehen wollte. Es kam zu einer einstimmigen Entscheidung: Die Ringrichter sahen Faraci alle vorne. Er feierte gegen den Lokalmatador vor 5000 Zuschauern einen einstimmigen Punktsieg.


Während Faraci nach dem letzten Gong die Fäuste siegessicher in die Höhe riss und noch einige Runden hätten weiterboxen können, war Cukur völlig platt. Faraci hatte die letzten drei Runden völlig dominiert. Cukur konnte konditionell nicht mithalten und hatte den Schlägen des Schweiz-Italieners Faraci, der im aargauischen Unteren Aaretal aufgewachsen ist und lebt, nichts mehr entgegenzusetzen.


Faraci war von Anfang an der aktivere Boxer. In der zweiten Runde ging er nach einem schnellen Konter von Cukur zwar zu Boden. Doch er stand schnell wieder und ging bald wieder in den Angriffsmodus über.


Der Deutsch-Türke Cukur ging schon vor der letzten Runde zirka fünfmal zu Boden. Der Ringrichter zählte ihn allerdings nicht an, da er keine Wirkungstreffer, sondern unabsichtliche Kopfstösse oder Gerangel als Ursache für das Zu-Boden-Gehen ausmachte. Unübersehbar war aber schon in der vorletzten Runde, dass Cukur diese Pausen gelegen kamen und es wenig brauchte, dass er auf die Knie ging. Und für Faraci spricht, dass er stets ruhig und konzentriert blieb.


«Toller Techniker»

Beide Kämpfer waren mit einer Bilanz von 14:0-Siegen in den Kampf gegangen. Faraci, der im Halbschwergewicht den Titel des italienischen Meisters hält, bleibt damit unbesiegt. Für den von deutschen Medien favorisierten Cukur ist die Niederlage ein herber Rückschlag. Im April sollte er, wie das deutsche Portal "Boxen1" berichtete, gegen den Ex-WBA-Weltmeister Giovanni De Carolis um einen EM-Titel boxen.


Der ehemalige Boxer Luan Krasniqi, der 2005 als zweiter Deutscher nach Max Schmeling beinahe Weltmeister wurde, sah Faraci im Livestream von bild.de als verdienten Sieger. Krasniqi sprach von einem tollen Fight, der Werbung für den Boxsport gewesen sei. Faraci und Cukur seien beide "tolle Techniker". Beim Deutsch-Türken habe aber die Kondition gefehlt, um solch einen Fight durchzuhalten.


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