• Claudio De Rosa — AZ

Der Aargauer Profiboxer Davide Faraci hätte einen Titel gewinnen können – aber sein Gegner tritt nic


Am Samstag hätte der schweizerisch-italienische Doppelbürger Davide Faraci in Uster um einen Titel Kämpfen sollen. Nun musste sein Gegner aber kurzfristig absagen – aufgrund einer Verletzung. Da der Titelkampf geplatzt ist, sind die Chancen auf den mediterranen Gürtel für Faraci somit verpufft.

Er ist vierfacher Schweizermeister (75 kg) und bereits knapp an einer Olympia-Teilnahme vorbeigeschrammt. Er sieht im Boxkampf seine Lebensschule. Er hat sogar seinen Job als Automatiker gekündigt, um Profi-Boxer zu werden. Die Rede ist von Davide Faraci, der im Boxring Baden aufgewachsen ist.

Der WBC-Mediterranean Belt war sein nächstes Ziel, das er womöglich erreicht hätte. Aber eben nur hätte. Kampflos muss er seine Hoffnungen auf den Turniersieg in Uster begraben. Sein Gegner erklärte nämlich kurzfristig, dass er aufgrund einer Verletzung nicht antreten kann.

Der Mediterranean Belt ist keine Trophäe von riesiger Bedeutung. Dennoch wollte der 26-Jährige diesen Gürtel. Sein erster Titel als Profi-Boxer wäre es gewesen. Die Geschichte zeigt auch, dass, wer diesen Titel als Mittelmeermeister im Palmarès hat, gute Chancen hat, auf kontinentaler Ebene um Gürtel zu kämpfen. Ein guter erster Schritt auf der Treppe zur Weltspitze. Zusätzlich hätte der Sieg am Turnier in Uster Faracis Punktekonto auf der Weltrangliste verbessern können.

Innerhalb solch kurzer Zeit lässt sich aber kein Ersatz für seinen verletzten Gegner mehr finden. Faraci wird sich am Samstag dennoch in einem Kampf messen können. Und wird sogar noch eine neue Erfahrung machen. Erstmals wird er nämlich über zehn Runden um Weltranglistenpunkte kämpfen. Gegen Faraci wird ein äusserst interessanter Gegner antreten. Der Spanier mit ghanaischen Wurzeln Emmanuel Feuzeu ist elf Jahre älter und deutlich erfahrener. Demnach ein guter Gradmesser für Davide Faraci.

Änderungen in der Art zu kämpfen Rückschläge musste Faraci schon oft einstecken. Eine Schockdiagnose prophezeite ihm den Verlust von einem grossen Teil seiner Schlagkraft. Diese hat sich glücklicherweise nicht bestätigt. 2016 stand er kurz vor einer Teilnahme an den Olympischen Spielen. Sein gemäss eigen Aussagen grösstes Ziel verpasste Faraci knapp. Dennoch wurde er im selben Jahr noch Profi und siegte prompt im ersten Duell der Kategorie.

Seit er im Profilager tätig ist, trainiert ihn der Italiener Simone D'Alessandri. Auch Davide Faraci selbst faustet seither unter italienischer Flagge. Selbst den Trainingsschwerpunkt hat er in die Agglomeration der Hauptstadt Rom verlagert, wo er spezifisch trainiert. «Weniger intensiv, aber länger», wie er erklärt. Ja, die Dauer ist enorm wichtig, da er seit seinem Kategorienwechsel anders Kämpfen muss. War Faraci als Amateur stark darin, alles in drei Runden klar zu machen, muss er sich daran gewöhnen sich seine Kräfte auf zehn Runden einzuteilen. Deshalb das spezifische Training. Dennoch bestätigt Faraci: «Den eigenen Stil kann man nicht von heute auf morgen ändern» Am Samstag wird Davide Faraci also in einem Kampf über zehn Runden Erfahrungen und im besten Fall auch Weltranglistenpunkte sammeln. Mit Sicherheit ist es ein guter Test, um sich auf sein nächstes Ziel vorzubereiten: Im Sommer soll der italienische Meistertitel her.


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