• Andreas Fretz

Aargauer Amateur-Boxer Davide Faraci wechselt zu den Profis


Siebenmal in Folge wurde Davide Faraci Schweizer Meister, zweimal hat er knapp die Olympischen Spiele verpasst. Nun wechselt der 25-jährige Zurzibieter ins Profilager.

Davide Faraci träumte davon, als erster Boxer seit 1972 die Schweiz an Olympischen Spielen zu vertreten. 2012 verpasste er die Qualifikation um einen Sieg, in diesem Jahr fehlten deren zwei. Die Enttäuschung war gross. Nun sucht der 25-Jährige aus Kleindöttingen eine neue Herausforderung: Er wechselt ins Profilager. «Die Vorfreude auf die zweite Karriere ist gross», sagt er. Die Erfahrung, die er in über 150 Amateur-Kämpfen gesammelt hat, wird für diesen grossen Schritt sehr nützlich sein.

Obwohl viele Schweizer Profiboxer weiterhin einer Arbeit nachgehen, hat Faraci seinen Job als Automatiker gekündigt. «Per sofort konzentriere ich mich nur noch auf meine grosse Leidenschaft, trainiere zweimal täglich, lebe diszipliniert und ernähre mich ausgewogen, um meine maximale Leistungsfähigkeit auszuschöpfen», sagt der Zurzibieter. Die Doppelbelastung mit Boxen und Arbeiten, das zeigte die Vergangenheit, wäre zuviel.

Die unmittelbare Vorbereitung auf seine Kämpfe will der schweizerisch-italienische Doppelbürger jeweils in Rom bestreiten. Dort ist sein Management, dort findet er ideale Trainingsbedingungen. «Und auch das Leben ist billiger als in der Schweiz», sagt Faraci, der auf die finanzielle Unterstützung durch Sponsoren zählen darf.

Erster Profi-Kampf noch 2016

Der Schweiz den Rücken kehren wird er allerdings nicht. Vielmehr wird er zum Pendler. Auch bei seinen ehemaligen Vereinen in Zürich und in Baden bei Trainer Engin Köseoglu wird er trainieren. «Und natürlich möchte ich auch Kämpfe in der Schweiz bestreiten.» Antreten wird Faraci im Halbschwergewicht (bis 79,3 kg). Anfang November wird er nach Rom reisen. Faraci hofft, dass er noch in diesem Jahr seinen ersten Profi-Kampf absolvieren kann. Sein nächstes Ziel: «Nach einem Jahr als Profi will ich um einen Titel kämpfen, zum Beispiel um den Italienschen.» Das sei ein sehr angesehener Titel. Faraci spricht von einem Neustart. Kampf um Kampf will er sich in der Rangliste nach oben boxen. Und weil bei Olympischen Spielen mittlerweile auch Profis zugelassen sind, lebt auch dieser Traum weiter.


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